Dokumentation 2010

Der Caritaskongress im Rückblick

Alle Texte, Bilder und Videos vom 2. Caritaskongress finden Sie auf der Website www.caritas-kongress.de .

Caritaskongress 2010

Informationen zur Teilhabeinitiative des Deutschen Caritasverbandes finden Sie auf der Website www.teilhabeinitiative.de .

 
Dokumentation 2007

Titelblatt des Programmheftes zum 1.Caritaskongress in Berlin

Interessieren Sie sich für die Reden, Texte und Diskussionen? Hier können Sie die Dokumentation zum Caritaskongress 2007 herunterladen (pdf.-Dokument, 2,3 Mega Byte).

 
Der Verband  

2. Caritaskongress verdeutlichte: Teilhabe ist möglich

Gäste des 2. Caritaskongresses
Impulse für die Arbeit sammelten die
 Gäste des Caritaskongresses.

Zum zweiten Mal trafen sich Fachleute aus Caritas, Kirche, Wissenschaft und Politik im April 2010 zum Caritaskongress im Berliner Konogresszentrum. Mehr als 600 Gäste aus ganz Deutschland diskutierten in Workshops, Talkrunden und Exkursionen wie die Teilhabe aller Menschen realisiert werden kann.

Fürsorge war gestern – selbstbestimmte Teilhabe ist heute

Caritaspräsident Peter Neher sagte in der Eröffnungsrede: „Alle Menschen sind in erster Linie Bürgerinnen oder Bürger unseres Staates und Teil der örtlichen Gemeinschaft. Als solche haben sie Rechte und Pflichten.“ Neher stellte klar, dass auch eingeschränkte Möglichkeiten wie bei wohnungslosen Menschen, diesen Status nicht außer Kraft setzen. Selbstbestimmte Teilhabe sei eine entscheidende Bedingung und ein Leitkriterium für gesellschaftliche Inklusion.
Auftaktrede von Caritaspräsident Neher

Teilhabe ist auch eine Verpflichtung

Die Politikwissenschaftlerin Gesine Schwan machte in ihrer Rede deutlich, dass Teilhabe mehr ist als der Anspruch „auch irgendwie dabei zu sein“. Das Recht der Teilhabe sei verbunden mit der Verpflichtung jedes einzelnen sich zu informieren, zu engagieren und Verantwortung zu übernehmen. In einer Demokratie gehe es darum, gemeinsam eine Vorstellung des Gemeinwohls zu entwickeln und individualistischen Tendenzen entgegenzuwirken. Jeder müsse Verantwortung übernehmen, „aber eben nicht nur für sich und seine Interessen. Entscheidungen müssen gemeinsam getroffen werden.“
Rede von Gesine Schwan als Video

Transferleistungen allein befördern nicht die Teilhabe

Zollitsch, Neher und Lammert beim Jahresempfang der Caritas
Erzbischof Zollitsch, Caritaspräsident Neher und
Bundestagspräsident Lammert beim Jahresempfang.

Teil des Kongresses war der Jahresempfang des Deutschen Caritasverbandes.
Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert wies in seiner Rede darauf hin, dass in Deutschland noch nie so viel Geld für staatliche Transferleistungen ausgegeben wurde wie heute. „Die Erhöhung dieses Etats führt allerdings nicht automatisch zu mehr Teilhabe.“ Es gelte, die Menschen in der Wahrnehmung ihrer Teilhabe zu unterstützen. Lammert betonte, dass der Rechtsanspruch auf ein Leben ohne existenzbedrohende materielle Sorgen „nicht nur ein Appell ist, sondern ein einklagbarer Anspruch aller“. Die Sicherung der sozialen Teilhabe dürfe der Staat nie ganz an gesellschaftliche Organisationen wie die Caritas abtreten. „Allerdings darf er das aber auch nicht als eine allein staatliche Aufgabe sehen.“
Lesen Sie mehr über den Jahresempfang der Caritas 2010

Pflege alter Menschen mehr wertschätzen

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, betonte in seiner Ansprache, dass es eine wichtige Aufgabe sei, das Verständnis der Generationen füreinander zu stärken. Die Kampagne der Caritas für alte Menschen zeige sehr gut deren Potentiale, aber auch die Verletzlichkeit und Endlichkeit des Lebens. Zollitsch plädierte dafür, die Pflege alter Menschen mehr wertzuschätzen – sowohl in den Familien als auch in den Einrichtungen.
Rede von Erzbischof Zollitsch nachlesen


Der 1. Caritaskongress im Rückblick  

Der Caritaspräsident am Rednerpult 
Dr. Peter Neher bei der Eröffnung
des Caritaskongresses

„Angesichts der erschreckend hohen Zahl von 1,9 Millionen Kindern und Jugendlichen unter 15 Jahren, die in Deutschland in Armut leben, besteht dringender Handlungsbedarf", erinnerte Präsident Dr. Peter Neher in seiner Eröffnungsrede zum 1. Caritaskongress am 10. Mai 2007. Der DCV will einen Beitrag dafür leisten, die Lebenschancen dieser Kinder und Jugendlichen zu verbessern. Deshalb wurde im Herbst 2005 die Befähigungsinitiative für benachteiligte junge Menschen initiiert. Mehr als 700 Projekte und Initiativen aus dem Verband engagieren sich bereits im Rahmen der Befähigungsinitiative.

Der 1. Caritaskongress 2007 vom 10. bis 12. Mai 2007 in Berlin stellte einen Meilenstein innerhalb der Befähigungsinitiative dar. Ein zentrale Rolle spielte der Marktplatz, auf dem 25 innovative Projekte zum Thema "Befähigung von Kindern und Jugendlichen" vorgestellt wurden. Mehr als 500 Teilnehmer/innen informierten sich an den Ständen und in Foren über die vorgestellten Projekte. 

Thomas Becker am Rednerpult 
Thomas Becker referierte über
die Sinus-Milieu-Studie

Das Einstiegsreferat hielt Thomas Becker (Leiter der Katholischen Sozialethischen Arbeitsstelle, Hamm), der zentrale Ergebnisse der SINUS Milieustudie vorstellte. In einer anschließenden Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. Georg Cremer, Britta Hasselmann (MdB, Mitglied des Ausschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend des Deutschen Bundestages), Kerstin Griese (MdB, Vorsitzende des Ausschusses für Familie, Senioren, Frau und Jugend des Deutschen Bundestags), Dr. Reinhard Göhner (Hauptgeschäftsführer der BDA) und Norbert Hocke (Geschäftsführer GEW) wurde der Frage nachgegangen, welche Chancen benachteiligte Kinder und Jugendliche aus der jeweiligen Perspektive der Diskussionsteilnehmenden haben. Dabei wurde unter anderem deutlich, dass die Wirtschaft qualifizierte Jugendliche erwartet und braucht. Sie sieht sich nicht in der Lage und in der Rolle, nachzuholen, was vorher in der Qualifizierung benachteiligter Jugendlicher nicht gelungen sei.
Im Rahmen des Caritaskongresses fand an diesem Abend der Jahresempfang des Deutschen Caritasverbandes statt, an dem rund 200 weitere Gäste aus Politik, Kirche und Wirtschaft eilnahmen. Höhepunkt des Jahresempfanges waren die Grußworte von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und Kardinal Karl Lehmann.

Menschen vor einem Infostand zum Jugendradio 
Am Infostand zum Jugendradio

Am Freitag konnten die Teilnehmer(innen) morgens Fachforen besuchen, in denen Referenten aus verschiedenen Bereichen der Jugendarbeit ihre Thesen zum Thema präsentierten. Die Bundesministerin Dr. Ursula von der Leyen besuchte am Vormittag den Kongress und sprach über Möglichkeiten zur Verbesserung der Chancen benachteiligter Kinder und Jugendlicher. Der Nachmittag wurde mit Foren zu Best-Practice-Beispielen gestaltet. Eine Eucharistiefeier in der St. Hedwigs-Kathedrale, die Bischof Joachim Reinelt mit den Teilnehmenden feierte, schloss den Tag ab. Bei der Kollekte kamen 1.353 Euro für das Berliner Caritas Kinder- und Jugendzentrum „Magdalena“ zusammen.

Der Samstag war dem Thema Sozial- und Bildungspolitik gewidmet. Zum Einstieg in diesen Themenbereich hielt Prof. Dr. Cremer einen Vortrag „Für eine Sozialpolitik der Befähigung“. Im folgenden Podiumsgespräch mit Präsident Dr. Peter Neher, Dr. Helmut Wittmann (Mitglied des Schulausschusses der Kultusministerkonferenz), Prof. Dr. Lothar Krappmann (Max-Planck-Institut für Bildungsforschung bis 2002, Mitglied im UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes) und Dr. Harald Ebert (Sonderschulrektor) wurde über die Bildungspolitik und die Thesen des Deutschen Caritasverbandes zu diesem Thema diskutiert. Ein besonderes Ereignis war der Auftritt der Projektgruppe Shakespeare, die Ausschnitte aus dem Stück „Was ihr wollt“ aufführten. Das Projekt Shakespearebietet jungen Flüchtlingen eine berufliche Grundbildung, die sie
sowohl in Deutschland als auch im Herkunftsland nutzen können. Das Besondere am Projekt Shakespeare ist die Theaterarbeit. Neben Praktika, fachpraktischen Modulen und schulischer Qualifikation werden theaterpädagogische Elemente genutzt, um Sprachbarrieren abzubauen und Sprachkenntnisse zu verbessern. Die Teilnehmer lernen so nicht nur spielend Deutsch, sondern auch Teamarbeit, Konzentration, Improvisation und Selbstpräsentation, und der Höhepunkt für sie ist die öffentliche Aufführung der Komödie.

Der 1. Caritaskongress war mit mehr als 500 Teilnehmer/innen ein großer Erfolg. Die Dokumentation des Kongresses mit den Vorträgen der Referenten und Redner, den Kurzbeschreibungen der Foren, Informationen zu den Marktplatzausstellern, Auswertung der Teilnehmer- und Ausstellerfragebögen können Sie im Infokasten auf der rechten Seite herunterladen.

Wir danken allen, die zu dem Gelingen des 1. Caritaskongresses beigetragen haben. Es war ein großer Erfolg, ein richtiges Verbandsfest und ein sehr gelungener Meilenstein der Befähigungsinitiative.

Dr. Ulrike Kostka
Abteilungsleiterin Theologische und verbandliche Grundlagen im Deutschen Caritasverband

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